15. Januar 2015

Kooperationsvertrag mit dem Ladenburger Lobdengau-Museum Pressemitteilung

Zusammenarbeit umfasst gemeinsame Forschungs- und Ausstellungsprojekte sowie Angebote im Bereich Lehre

Das Lobdengau-Museum der Stadt Ladenburg und die Universität Heidelberg wollen ihre Zusammenarbeit im Bereich Forschung und Lehre intensivieren. Dazu wird jetzt ein Kooperationsvertrag geschlossen. Als institutioneller Partner auf Seiten der Universität fungiert das Heidelberg Zentrum Kulturelles Erbe. Bei dem Heidelberg Center for the Cultural Heritage (HCCH) handelt es sich um einen Verbund von Wissenschaftlern der Ruperto Carola, die das kulturelle Erbe der Menschheit erforschen und sich für dessen Erhalt, Dokumentation und museale Präsentation einsetzen. Prof. Dr. Bernhard Eitel, Rektor der Universität Heidelberg, und Rainer Ziegler, Bürgermeister der Stadt Ladenburg, werden den Vertrag am 19. Januar 2015 im Lobdengau-Museum unterzeichnen.

„Die Kooperation sieht unter anderem gemeinsame Forschungs- und Ausstellungsprojekte sowie Lehrveranstaltungen beispielsweise im museumsdidaktischen Bereich vor. Über Praktika sollen unsere Studierenden außerdem Einblicke in die Museums- und Öffentlichkeitsarbeit erhalten“, erläutert der Altertumswissenschaftler Prof. Dr. Christian Witschel, der Geschäftsführender Direktor des HCCH ist. Zu den bereits laufenden Vorhaben gehört ein Forschungsprojekt zur wissenschaftlichen Bearbeitung und virtuellen Präsentation der sogenannten Ladenburger Jupitergigantensäule aus dem 3. Jahrhundert nach Christus. Mit dem durch die Robert Bosch Stiftung geförderten Projekt „Denkwerk Mittelalter“ werden Schüler an wissenschaftliches Arbeiten herangeführt. In der Vorbereitung befindet sich eine Sonderausstellung im Lobdengau-Museum, die der Entwicklung von Ladenburg und Umgebung in der Epoche vom 3. bis 9. Jahrhundert gewidmet ist. Sie soll 2017 eröffnet werden.

Im 2013 gegründeten Heidelberg Zentrum Kulturelles Erbe arbeiten derzeit Mitglieder aus sieben verschiedenen Fakultäten zusammen. Sie befassen sich mit dem kulturellen Erbe, sei es materiell, immateriell oder digital. Das heutige Lobdengau-Museum ist aus der früheren „Städtischen Alterthümersammlung“ hervorgegangen. Es enthält bedeutende Funde zur römischen und mittelalterlichen Stadtgeschichte Ladenburgs, das in römischer Zeit unter dem Namen „Lopodunum“ als bedeutendste Siedlung im unteren Neckarraum galt. „Unsere umfangreichen Bestände bergen ein großes Potential für Forschungsarbeiten und museale Präsentationen, das durch die nun gestärkte Kooperation noch weiter ausgeschöpft werden kann“, betont der Leiter des Lobdengau-Museums Dr. Andreas Hensen, der auch Lehrbeauftragter am Seminar für Alte Geschichte und Epigraphik der Universität Heidelberg ist.

Die Vertragsunterzeichnung am 19. Januar mit anschließendem Empfang fand im Lobdengau-Museum der Stadt Ladenburg statt.