Ausstellung des Lobdengau-Museums





Sol-Mithras-Relief

Während die Opferung des Stiers üblicherweise Schwerpunkt in der Darstellung war, haben sich auf dem Ladenburger Sol-Mithras-Relief die beiden Götter zum Opfermahl eingefunden. In einer Grotte sitzen auf der Stierhaut der Helios-Sohn und sein Bruder Mithras. Seit der Reform des Kultes ca. 630 v. Chr. durch Zarathustra verkörpern die Opfergaben, Gebäck und Trauben, das Blut und das Fleisch des Gottes und stehen als Zeichen für die Auferstehung der Gläubigen. Mithras, persisch bekleidet (mit phrygischer Mütze) hat die Hand auf die Schulter des Bruders, Sol, gelegt. Dieser befreit als Licht-Gott von Dunkelheit und Sünde. In Rom konnte der Mithras-Kult ca. 90 n. Chr. nachgewiesen werden; ca. 30 Jahre später hat sich der Kult bis Lopodunum verbreitet.




Amphoren

Die Amphoren in der römischen Abteilung wurden für den Transport (beispielsweise von Fischsauce, Liquamen) benutzt. Ein Stempel weist nach, dass eine Amphore aus Spanien stammt und von dort, die in römischen Zeiten sehr beliebte Fischsauce, nach Ladenburg gebracht wurde. Auch lebende Austern wurden in mit Meerwasser gefüllten Amphoren verschifft.




Prunkportal

Bei dem römischen Prunkportal von Ladenburg handelt es sich um einen der bedeutendsten Hortfunde aus römischer Zeit in Deutschland. Der Bronzeschatz wurde 1973 bei Bauarbeiten zum Gymnasium entdeckt. Die Bronzebeschläge stammen aus der Mitte des 2. Jahrhunderts und wurden in Gallien hergestellt. Sie waren wahrscheinlich an einer Tempeltür angebracht. Die Bronzeteile sind kunstvoll ausgearbeitet, es ist die aufwändigste Türdekoration, die aus der Zeit vor der  Völkerwanderung bekannt und im Original erhalten ist.


Die Originale befinden sich im archäologischen Landesmuseum in Konstanz, Kopien sind im Lobdengau-Museum zu sehen. Eine Rekonstruktion des gesamten Portals befindet sich in der Außenstelle "Römisches Forum" in der Metzgergasse.




Jupitergigantensäule

Jupitergigantensäulen sind eine Besonderheit der nördlichen Provinzen und gehen möglicherweise auf keltische Einflüsse zurück. Sie bestehen aus einem Viergötterstein als Basis, einer zweiten würfelförmigen Basis, einer geschuppten Säule mit korinthischem Kapitell und Genienköpfen sowie der bekrönenden Figur eines blitzeschleudernden Jupiter, der einen Giganten niederreitet. Da die Anfang des 3. Jahrhunderts entstandene Säule sehr wahrscheinlich 233 n. Chr. erstmals und dann nach der Restauration durch einen Stifter 259/260 n. Chr. zum zweitenmal in den Brunnen gestürzt wurde, ist dieses Denkmal von großer geschichtlicher Bedeutung für die Zeit der Alamanneneinfälle. In dem Brunnenschacht fanden sich die Skulptur des Jupiter vom ersten Sturz und die später angefertigte zweite Skulptur. Wie der Fundplan aufzeigt, wurden die gegnerischen Gottheiten jeweils zuallererst in den Brunnen (=Unterwelt) gestürzt, um sie zu vernichten.




Abteilung höher

 

Der Römerkeller

Das Sol-Mithras-Relief

Amphoren

Das Prunkportal

Die Jupitergigantensäule

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